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News

09.05.12
Artikel Blug Plays Hendrix

Über unser Konzert in Karlsruhe erschien am 5.5.  in der Badischen Neusten Nachrichten - Kultur dieser coole Artikel:

Hendrix neu erfunden
 
Thomas Blug und Band interpretieren die Klassiker um

Kann man „All Along The Watchtower“ mit einem Sound-Brett beginnen, das fast klingt wie selig Nirvana?  Kann man „Hey Joe“ ganz langsam zu Stevie Wonders „Superstition“ hindrehen und wieder zurück? Kann man in „Foxy Lady“ einen klassisch anmutenden Part einbauen, bei dem Bass und Gitarre auf denkbar höchster spieltechnischer Ebene zu einem gezielt angesteuerten Orgasmus verabreden? Ja, man kann und darf das alles. Wenn man Thomas Blug heisst und ein ganz entspanntes Verhältnis zu Jimi Hendrix hat. Ein anderes jedenfalls als Randy Hansen, der sich wohl selbst als eine Art Hendrix-Reinkarnation sieht: „Es wäre doch lächerlich, wenn ich mich mit Schuhkrem schminken würde und die Gitarre umdrehen“,.erklärte der Saarländer dem Publikum am Donnerstag Abend im Jubez.
Er wolle etwas ganz anderes: Vorführen, dass Gejdrix „tolle Songs gemacht hat“ und sie in einem anderen Groove Spielen. Dabei stehen ihm zur Seite Reggie Worthy, bekannt als Basser von Stoppok, der hier aus allen Rohren feuert und buchstäblich spielt, als gebe es kein Morgen. Er bildet das perfekte Gespann mit Bodo Schopf, einem Gefühlsdrummer der alten Schule, für den Technik nur ein sekundäres Hilfsmittel ist. Er lebt vor allem von Kraft und Einfühlung – und das mit Dauergrinsen. David Readman glänzt in diesem Kontext mit dem ganze Pathos (manchmal etwas zu viel davon)  einer  hardrock-geschulten Stimme, die im Kontrast zu Reggie Worthys Soul-Timbre wiederum sehr gut funktioniert.
Blug selbst ist ein Meister geschmackvoll gesetzter Tonkaskaden und ausgefeilter Dynamik. Er spielt mit einem warmen, kontrollierten Sound, wie man ihn nur einer Fender Stratocaster entlocken kann. Aber Thomas Blug ist eine Vernunftgitarrist: Trotz aller solistischen Brillanz, trotz allen Verfremdungsideen und Experimentierfreudigkeit in den Arrangements: Seinem Spiel fehlt das Quäntchen Wahnsinn, das  Gitarristen auszeichnete, die um 1970 die Grundpfeiler einrammten, die die Rockgitarre definieren sollten, Hendrix zuvörderst. Das allerdings kann man Blug schlecht zum Vorwurf machen, also bleibt unterm Strich die Freude an dem höchst inspirierten gegen Ende des Konzerts nachgerade rauschhaften Zusammenspiel einer Band, der so offensichtlich des Spass bei der Arbeit anzusehen ist, dass das abgedroschene Wort von jenem Funken, der ins Publikum überspringt, ausnahmsweise mal kein bisschen gelogen ist.




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